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Datenbasierte Stadtsauberkeit: aha Hannover testet CORTEXIA

Für kommunale Reinigungsbetriebe stellt sich täglich die Frage, wo Reinigung tatsächlich notwendig ist – und wo vorhandene Ressourcen gezielter eingesetzt werden können. Die Abfallwirtschaft Region Hannover (aha) will diese Entscheidungen künftig stärker auf objektive Daten stützen. Im Pilotprojekt mit CORTEXIA wird deshalb die Stadtsauberkeit in Hannover systematisch erfasst und ausgewertet.

Im Mittelpunkt steht dabei zunächst die Erfüllung der bestehenden Kontrollpflicht. Diese erfolgt derzeit über DSQS und soll möglichst schnell digitalisiert werden. Ziel ist eine objektive, nachvollziehbare Sauberkeitserfassung, die unabhängig von individuellen Einschätzungen einzelner Personen funktioniert und vergleichbare Ergebnisse liefert. Gleichzeitig soll ein belastbares Lagebild entstehen, das Verschmutzungsschwerpunkte sichtbar und Entwicklungen über längere Zeiträume vergleichbar macht.

Drei Fahrzeuge erfassen Sauberkeitsdaten im Stadtgebiet

Seit Mitte Juni 2026 wurden drei CORTEXIA-Systeme in ausgewählten Fahrzeugen verbaut, Anfang Juli startete der operative Einsatz. Ein Mercedes Sprinter der „Hannover Saubertruppe“, eine Dulevo Kehrmaschine und eine Kleinkehrmaschine für den Innenstadtbereich decken dabei unterschiedliche Einsatzgebiete ab. Kameras erfassen während der Fahrten unter anderem Zigarettenkippen, Verpackungen, Papier, Kunststoff, Flaschen, Dosen und Laub. Im Standardbetrieb werden keine Bilder gespeichert, sondern ausschließlich numerische Messwerte verarbeitet.

Vom Messwert zur konkreten Entscheidungsgrundlage

Die Daten laufen in einem webbasierten Dashboard zusammen. Dort können Verantwortliche Sauberkeitswerte für Stadtgebiete, Straßen und einzelne Abschnitte betrachten, Hotspots erkennen und Entwicklungen nach Zeitraum oder Abfallkategorie auswerten. Der Clean City Index (CCI) bildet den Sauberkeitszustand auf einer Skala von 0 für sehr schmutzig bis 5 für sehr sauber ab. Heatmaps und Filter erleichtern die Einordnung der Messwerte im operativen Alltag.

Für aha entsteht damit nicht nur eine digitale Grundlage zur standardisierten Dokumentation der Sauberkeit, sondern auch ein Instrument, um Defizite in der bestehenden Reinigungsplanung aufzudecken. Zeigen die Daten beispielsweise, dass ein Bereich der Reinigungsklasse R4 mit zwei Reinigungen pro Woche regelmäßig einen erhöhten Verschmutzungsgrad aufweist, kann geprüft werden, ob dort künftig eine höhere Reinigungsfrequenz – etwa entsprechend R2 mit fünf Reinigungen pro Woche – erforderlich ist.

Auch Abfallbehälter im öffentlichen Raum sollen stärker in die datenbasierte Betrachtung einbezogen werden. Werden Behälter an bestimmten Standorten regelmäßig überfüllt vorgefunden, können daraus konkrete Maßnahmen abgeleitet werden: etwa ein größeres Behältervolumen, ein veränderter Standort oder kürzere Leerungsintervalle.

Damit lassen sich Reinigungsrouten, Einsatzfrequenzen und weitere Maßnahmen stärker am tatsächlichen Bedarf ausrichten. Verschmutzungsschwerpunkte werden transparent, Entwicklungen über Zeiträume nachvollziehbar und Reinigungsmaßnahmen messbar. Die Daten sollen zunächst intern ausgewertet werden und perspektivisch auch fundiertere Entscheidungen zu Reinigungsintervallen, Reinigungsklassen oder Satzungsanpassungen unterstützen.

Mehr zu CORTEXIA und zur digitalen Messung von Stadtsauberkeit erfahren Sie hier: Lösungen